Mit welchen Notarkosten beim Immobilienkauf zu rechnen ist

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Eine Investition in eine neue Immobilie ist ein großer Schritt – vor allem finanzieller Natur. Während die Immobilienpreise generell schon sehr hoch sind, bedenken viele Menschen nicht, dass dabei auch noch einige Nebenkosten auf sie zukommen. Vor allem die Notarkosten werden häufig unterschätzt. Warum diese aber unumgänglich sind, erklärt Dr. Christoph Sigl von notar.tirol.

Nebenkosten beim Immobilienkauf

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Beim Immobilienkauf fallen viele Nebenkosten an!

Wie bereits erwähnt, wird bei einem Immobilienkauf nicht nur der Verkaufspreis fällig. Insgesamt summieren sich die Nebenkosten schnell auf mehr als zehn Prozent der Kaufsumme.

Dies sollte man vor dem Hauskauf, beziehungsweise bei der Budgetplanung, auf jeden Fall bedenken. Vor allem folgende Nebenkosten fallen besonders ins Gewicht:

Gutachten: Oft werden Immobilien für mehr Geld verkauft, als sie eigentlich wert sind. Wer hier auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte ein Gutachten erstellen lassen. Hier wird der Verkehrswert anhand der Grundstücksgröße, des Bauvolumens und des Zustandes berechnet. Der Preis für ein solches Gutachten richtet sich bei freien Sachverständigen nach der Honorarordnung für Ingenieure und Architekten (HOAI).

Maklerprovision: Wenn der Verkauf über einen Makler abgewickelt wurde, verlangt dieser mitunter eine saftige Provision. Üblich sind 3 bis 7 Prozent des Kaufpreises, wobei noch die Mehrwertsteuer hinzukommt. Die Kosten werden so um einiges höher. Für 200.000€ Immobilie verlangt ein Makler also durchschnittlich 7.000 bis 14.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Grunderwerbsteuer: Der Immobilienkauf unterliegt in Österreich der Grunderwerbsteuer. Der allgemeine Grunderwerbsteuersatz liegt in Österreich bei 3,5 Prozent der Bemessungsgrundlage, also des Kaufpreises. Für eine 200.000€ Immobilie werden somit 7000 Euro Grunderwerbsteuer fällig. Die Entrichtung dieser Steuer ist Grundvoraussetzung für die Eintragung ins Grundbuch.

Grundbucheintrag: Erst, wenn der Käufer ins Grundbuch eingetragen wird, gilt er als rechtlicher Eigentümer der Immobilie. In Österreich ist hierfür eine Gebühr von 1,1% des Kaufpreises zu entrichten. Für eine Immobilie von 200.000€ sind das 2.200€. Hinzu kommt die Eingabegebühr von 42 Euro, beziehungsweise von 59 Euro, wenn die Antragstellung nicht im Elektronischen Rechtsverkehr erfolgt.

Notar ist beim Immobilienkauf unumgänglich

Des Weiteren fallen beim Immobilienkauf noch Gebühren für einen Notar an. Diese sind unbedingt mit einzuplanen, da ein Kaufvertrag erst rechtskräftig wird, wenn eine notarielle Urkunde vorliegt. Ein Notar erstellt einen Kaufvertrag, holt die Vorkaufsverzichterklärung der Gemeinde ein und beantragt eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch.

Mit diesen Notargebühren muss man rechnen

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Die notarielle Beglaubigung ist für die Gültigkeit des Vertrags Voraussetzung!

Die Höhe der Kosten für das Verfahren der notariellen Beglaubigung liegt in Österreich bei 1-3 Prozent des Kaufpreises und ist durch die jeweiligen Kammertarife festgelegt. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, ein Pauschalhonorar zu vereinbaren.

Da die Kosten für den Haus- oder Wohnungskauf auf dem Immobilienwert sowie dem Grundstückswert basieren, ist es bezüglich der Notarkosten eigentlich nur günstiger, lediglich ein Grundstück zu kaufen und dieses zu bebauen. Der Bau des Hauses wird nämlich nicht mit Notarkosten belegt.

Wer sich noch schwertut, die Notarkosten einzuschätzen, für den stehen im Internet zahlreiche Rechner zur Verfügung, die dabei helfen können, zumindest eine Tendenz für die Höhe der Notarkosten einzuschätzen.

Es wird auf jeden Fall empfohlen, für den Hauskauf so viel Eigenkapital mitzubringen, dass die Nebenkosten inklusive Notargebühren vom Eigenkapital beglichen werden können.

Wer in naher Zukunft einen Hauskauf plant, sollte nicht nur genügend Kapital für den Kaufpreis einplanen, sondern auch bedenken, dass dabei zahlreiche Nebenkosten anfallen, die den Gesamtpreis ordentlich in die Höhe treiben. Neben Grunderwerbsteuer und Maklercourtage sind es vor allem die Notarkosten, die den Kaufpreis anheben. Letztere sind allerdings unumgänglich, da ohne sie keine rechtskräftige Kaufabwicklung vonstattengehen kann. Wenn ein Hauskauf ansteht, sollte auf jeden Fall so viel Eigenkapital vorhanden sein, dass diese Kosten ohne Probleme gedeckt werden können.

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