Auslandsentsendungen: Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland

Entsendungen von Mitarbeitern ins Ausland

Jeder Arbeitnehmer muss natürlich Steuern in Form von Lohn- oder Einkommensteuer zahlen. Werden Sie jedoch von Ihrem Arbeitgeber ins Ausland entsendet, um Tätigkeiten dort zu verrichten, Ihr Wohnsitz jedoch in Österreich bleibt, ist die steuerliche Behandlung der Einkünfte zu klären. Hier spielen vor allem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Österreich und dem Zielland eine Rolle.

Frage #1: Gibt es überhaupt ein DBA?

Die erste Frage, die es zu klären gilt, ist: Existiert ein DBA zwischen Österreich und dem Zielland? Die Antwort darauf bestimmt das weitere Vorgehen:

  • Gibt es kein DBA, gilt Steuerpflicht in Österreich und eventuell gleichzeitig im Zielland. Werden Steuern jedoch im Zielland abgeführt, dürfen diese auf die Steuer, die in Österreich zu entrichten ist, angerechnet werden.
  • Gibt es ein DBA, so kommen verschiedene Regelungen zum Einsatz.

Im Falle von Letzterem gibt es verschiedene Vorgehen, die im Folgenden erläutert werden.

  1. DBA-Grenzgängerbestimmung

Einige DBA enthalten eine Grenzgängerbestimmung – arbeiten Sie im Ausland, liegen Ihr Wohnsitz und Arbeitsort jedoch nah beieinander (beispielsweise, weil Sie direkt an der Grenze wohnen), so zahlen Sie lediglich in Österreich Steuern.

  1. Monteurklausel

Arbeiten Sie weniger als 183 Tage im Zielland und erhalten Sie Ihren Verdienst von einem Arbeitgeber aus Österreich, so gilt die Monteursklausel. Auch in diesem Fall gilt die Steuerpflicht in Österreich.

  1. DBA mit Anrechnungsmethode

Gilt die Monteursklausel nicht, so sind Sie in Österreich und im Zielland steuerpflichtig. Wie in Fällen, in denen es kein DBA gibt, sind die, im Ausland gezahlten, Steuern auf die Steuern in Österreich anrechenbar.

  1. DBA mit Befreiungsmethode

Neben der Anrechnungsmethode ist auch die Befreiungsmethode möglich – sieht das DBA dies vor, so zahlen Sie im Zielland Steuern, sind dafür in Österreich von Lohn- und Einkommenssteuer befreit.

Diese vier Bestimmungen und Methoden sind im Falle des Vorliegens eines DBAs möglich. Wichtig ist, die Regelungen genau zu kennen, um mögliche steuerliche Benachteiligungen auszuschließen – ein kompetenter Steuerberater ist hier die richtige Anlaufstelle.

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